INHALTSVERZEICHNIS
Reisetage 25 – 32 (10.02.25 – 17.02.25)
Auf zum Atlantik
Nach unserem Aufenthalt in Marrakesch möchten wir zurück zum Atlantik. Als Erstes wollen wir den Ort Essaouira besichtigen. Leider gibt es in Essaouria keinen Campingplatz oder Stellplatz und deshalb suchen wir uns einen Platz aus, der auf dem Weg liegt. Wir fahren bis Ounagha, dort gibt es einen Campingplatz und bis Essouira sind es nur noch circa 25 Kilometer.

Begegnung mit der Polizei
Im Vorfeld haben wir schon einiges darüber gelesen, dass die Polizei in Marokko sehr gerne die Geschwindigkeiten kontrolliert. Und das stimmt auch. In noch keinem anderen Land haben wir so viel Polizeipräsenz gesehen, wie in in Marokko. Alle paar Kilometer steht ein Polizeiwagen, oft vor einem Kreisverkehr, aber auch auf langen geraden Strecken. Dort wird häufig die Geschwindigkeit gemessen. Und so passiert es auch bei uns. Nach einer Ortschaft ist die Geschwindikeitsbegrenzung mit 60 km/h angegeben. Die Straße ist leer, breit und weit einsehbar. Also beschleunigen wir. Und zack, plötzlich steht da ein Polizist, der uns zum Anhalten bittet. Uns ist nicht ganz klar, was denn los ist, aber der Polizist meint, wir wären 68 km/h gefahren. Naja. 8 km/h außerhalb der Ortschaft kosten in Marokko 15,-Euro. Der Polizist ist sehr nett und wünscht uns eine gute Weiterfahrt und eine schöne Zeit in Marokko. Er gibt uns noch den Tipp, etwas langsamer zu fahren, denn ein paar Kilometer weiter, gibt es die nächste Kontrolle.
Angekommen in Ounagha
Nach dem kleinen Schock mit der Polizeikontrolle kommen wir gut in Ounagha an. Wir beziehen den Campingplatz „Camping des Oliviers Chez Andre“. Für eine Nacht ohne Strom zahlen wir 10,-Euro. Der Platz ist schön. Es gibt einen Pool und alles ist ordentlich und sauber. Am Abend gehen wir noch etwas im Ort spazieren und überlegen uns, wie wir am nächsten Tag nach Essaouria kommen. Im Ort gibt es viele freilaufende Hunde und Katzen und auch in der Nacht hören wir auffällig lautes Hundegebell. Schlafen können wir trotzdem gut.
Essaouira
Mit dem Taxi nach Essaouira
Am nächsten Tag möchten wir mit dem Taxi nach Essaouira fahren. Wir laufen in den Ort und finden auch gleich einen Taxistand. Wir stehen kaum 5 Minuten ratlos dort, kommt schon das erste blaue „Sammeltaxi“. Der Fahrer steigt aus und bietet uns an, bis Essaouira mitzufahren. Pro Person möchte er umgerechnet 1,- Euro für die knapp 25 Kilometer! Eine einheimische Frau sitzt schon auf dem Beifahrersitz. Wir steigen dazu. Zwei Minuten später steigen noch drei Männer ein. Wir fahren nun zu siebend bis Essaouira. Anschnallen können wir uns nicht, es gibt keine funktionierende Gurte mehr. Der Tachostand des Taxis beträgt über 800.000 Kilometer. Die Fahrt geht schnell vorbei, denn der Taxifahrer fährt wie ein Irrer! Der Fahrer lässt uns im Zentrum von Essaouira raus, kassiert 20 Dirham (2,-Euro) und erklärt uns den Weg zur Medina.

Besichtigung der Hafenstadt
Vom Taxistand bis zur Medina ist es nur ein kleiner Spaziergang. Die Medina, die von einer Befestigungsmauer aus dem 18. Jahrhundert umgeben ist und zwei Stadttore hat, gefällt uns sofort. Alles fühlt sich friedlich und ruhig an. Wir schlendern durch die Souks, trinken einen Kaffee in einer kleinen Gasse und beobachten die Menschen.



Danach laufen wir hinauf zur äußeren Stadtmauer, von wo aus man einen spektakulären Blick auf das Meer hat. Außerdem finden wir hier alte Messingkanonen, aus Bronze und Eisen, die Richtung Meer zeigen.


Weiter geht es zum Hafen. Hier tobt das Leben. Wir finden viele Restaurants und Cafes und werden gleich angesprochen und gefragt, ob wir hier essen möchten. Überall wird frischer Fisch verkauft und man kann sich diesen auch gleich zubereiten lassen. Dieses Angebot nutzen wir und so gibt es für Stefan eine ganz frisch zubereitete Dorade mit einem kleinen Salat, Brot und Wasser für 10,- Euro. Ich mag keinen Fisch und esse später lieber einen ganz frisch zubereiteten Crepes. Wo es viel Fisch gibt, gibt es auch viele Möwen. Und wenn man nicht auf passt, dann klauen die Möwen einem den Fisch, im Flug, vom Teller. Das haben wir an den Nachbartischen einige Male beobachtet und unseren Fisch gut beschützt. Nach dem Essen besuchen wir noch den schönen Sandstrand des Ortes und genießen den Blick auf das Meer.


Auf dem Weg zurück zum Taxistand, laufen wir durch einen wunderschönen Park mit sehr gepflegten Palmen und Bäumen. Die schöne Stadt Essaouira ist im Jahr 2001 in die UNESCO Weltkulturerbe Liste aufgenommen wurden. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn die Stadt wirklich sehr touristisch ist. Zum Campingplatz geht es wieder mit einem Sammeltaxi. Auch diese Fahrt ist genauso abenteuerlich wie die Hinfahrt, aber wir kommen wieder gut am Campingplatz in Ounagha an.
Taghazout
Wir fahren weiter an der Atlantikküste bis kurz vor Taghazout. Der Ort zieht viele Urlauber und Surfer an. Das Meer ist hier wirklich wunderschön.. Wir verbringen eine Nacht auf einem Parkplatz direkt am Meer.

Strand „Camel Point“
Wir finden einen Parkplatz am Strand. Bei Flut stehen wir fast direkt am Wasser. Näher kann man wirklich nicht am Meer stehen. Wir genießen den grandiosen Ausblick und sitzen den ganzen Nachmittag, bis die Sonne untergeht, am Strand. Und die Sonnenuntergänge an der Atlantikküste sind so traumhaft schön. In der Nacht hören wir das Meeresrauschen. Das ist auf der einen Seite sehr schön, aber auch sehr laut. Deshalb bin ich (Silvia) auch in der Nacht aufgewacht. Ich schaue aus dem Fenster, wo das Wasser gerade ist und sehe am Strand zwei Männer laufen. Die beiden fuchteln die ganze Zeit mit ihren Taschenlampen umher. Da sie immer hin und her liefen und mir das komisch vorkam, konnte ich nicht mehr schlafen und hab die beiden, die ganze Zeit, beobachtet. Am nächsten Tag stellte sich heraus, dass die Männer vom Militär sind und hier das Meer bewachen. Ich habe also die „Wachmänner“, gut bewacht! 😊



Fahrradtour „Paradise Valley„
Heute gehts mit den Rädern ins Paradise Valley. Wir haben uns eine schöne Rundtour mit circa 50 Kilometern geplant. Die ersten 15 Kilometer ging es immer bergauf. Der Ausblick wurde immer atemberaubender. Wir fahren durch einige kleine Ortschaften. Es ist immer interessant wie die Menschen so leben, wenn man mal abseits von Touristengebieten ist.


Nachdem wir an unserem höchsten Punkt angekommen sind, geht es einige Kilometer immer bergab bis ins Paradise Valley. Unten angekommen sehen wir Bananenplantagen und eine Palmenoase.

Bei einer lieben Einheimischen kaufen wir Arganöl und Honig aus dem „Paradiestal“. Lecker. Arganöl wird in Marokko von den Früchten der Arganbäumen hergestellt und überall verkauft. Da die Herstellung sehr aufwendig ist, bezahlt man hier für einen Liter Öl circa 60,- Euro.

Wir fahren noch ein ganzes Stück durch das schöne Tal. Die letzten zehn Kilometer führen dann wieder am Meer entlang, zurück zu unserem Campingplatz. Das war eine wirklich schöne Radtour. Wir waren dafür den ganzen Tag unterwegs und nach 1000 Höhenmetern, waren auch die Akkus auf den letzten fünf Kilometern leer. Und es ging natürlich wieder bergauf zum Campingplatz….
Übrigens: Unterwegs fällt uns immer wieder auf, dass die Kinder mit weißen Kitteln von der Schule nach Hause laufen. Am Anfang denken wir, die machen bestimmt eine Ausbildung zur Krankenschwester oder Ärzten. Aber die Schüler wurden immer mehr und auch immer jünger. Das kann doch gar nicht sein, dass es hier so viele medizinische Berufe gibt. Also haben wir nochmal nachgelesen: Das ist die Schuluniform in Marokko. Die Schüler tragen weiße oder blaue Kittel in der Schule. 😏
In Taghazout verbrachten wir vier schöne Tage. Das Wetter war traumhaft. Die Sonne schien jeden Tag und wir hatten Temperaturen um die 25 Grad. Mittlerweile ist es auch nachts mit circa 10 Grad etwas wärmer. Nun geht unsere Fahrt weiter, wir fahren etwas südlicher nach Sidi Wassay.
Sidi Wassay
Wir fahren knapp 70 Kilometer südlicher und kommen nach Sidi Wassay. Ein kleiner Ort etwas abseits von der Nationalstraße. Auf dem Weg dorthin wird die Erde immer sandiger. Auch auf der Straße liegt nun Sand, der durch den Wind dahin geweht wird. Wir fahren einen Campingplatz direkt am Meer an. Der Platz kostet für eine Nacht 11,50 Euro mit Strom. Es gibt wieder einen schönen Pool und ein Restaurant. Um uns herum finden wir hohe Sanddünen. Der breite Sandstrand lädt zu langen Spaziergängen ein.


Am nächsten Tag laufen wir zwei Kilometer an diesem schönen Strand entlang bis zum Nachbarort „Sidi R´bat“. Hier gibt es ein Naturschutzgebiet und das wollen wir uns anschauen.
Ein einheimischer Guide fängt uns gleich am Eingang des Parks ab und bietet uns eine Führung an. Wir lassen uns breit schlagen und gehen mit ihm mit. Er erklärt uns viel über die Tiere, die hier leben, aber sehen werden wir nicht allzu viele. Ein paar Flamingos, Enten, Reiher und verschiedene Vogelarten sehen wir von weitem. Schade. Er erklärt uns aber auch, dass es hier nur noch wenig Wasser gibt. Vor 20 Jahren gab es hier wesentlich mehr Wasser und auch mehr Tiere. Mittlerweile, trocknet hier alles durch den Klimawandel aus. Er lädt uns nach der Tour noch auf einen marokkanischen Minztee und ein paar Plätzchen zu sich ein.


Dann geht es durch die Sanddünen und am Strand entlang zurück nach Sidi Wassay.

Wir verbrachten eine schöne Zeit am Meer. Nun zieht es uns in die Berge. Es geht nach Tafraout. Und was wir in dieser unglaublich schönen Stadt alles erlebt haben, liest du im nächsten Beitrag.
Herzliche Grüße senden Silvia & Stefan