INHALTSVERZEICHNIS
Reisetage 16 – 24 (01.02.25 – 09.02.25)
Fährfahrt Spanien/Marokko
01.02.2025: Jetzt gehts nach Afrika! Wir starten den Tag noch vor Sonnenaufgang. Um 7:00 Uhr fahren wir von unserem Parkplatz in Algeciras zum Fährhafen. Unsere Fähre soll um 9:45 Uhr abfahren und wir müssen zwei Stunden vorher einchecken. Wir freuen uns schon sehr, denn wir waren noch nie in Marokko, geschweige denn in Afrika. Am Fährhafen zeigen wir mehrmals unsere Pässe vor. Unser „offenes Ticket“, welches wir in Algeciras gekauft haben, wird gegen ein normales Ticket eingetauscht. Wir reihen uns vor der Fähre ein und stehen ziemlich weit vorn. Aber es müssen erstmal alle LKWs auf die Fähre (rückwärts) fahren. Gleich danach sind wir an der Reihe. Mittlerweile ist es auch schon 09:45 Uhr, aber das Ablegen dauert wohl noch…
An Bord finden wir eine „Rezeption“. Hier erhalten wir kleine Zettelchen, auf denen wir unsere wichtigsten Daten wie Name, Passnummer, Adresse usw. eintragen müssen. Danach geht es zum nächsten Schalter. Die kleinen Zettel geben wir hier wieder ab, zeigen unseren Reisepass vor und erhalten unseren Stempel für die Einreise nach Marokko. Mit circa einer Stunde Verspätung legt nun die Fähre ab. Unser Abenteuer kann beginnen. Während der Fahrt haben wir fantastisches Wetter. Es ist etwas windig, aber die Sonne hat Kraft und wir genießen die warmen Strahlen. Die Überfahrt auf der „Straße von Gibraltar“ dauert knapp zwei Stunden und wir kommen gut in Tanger Med an.

Ankunft in Afrika
Kaum stehen wir mit unseren Wohnmobil-Rädern auf afrikanischen Boden, müssen wir wieder unsere Pässe vorzeigen. Mittlerweile zum fünften Mal! Wir folgen ordnungsgemäß der Beschilderung in Richtung Ausgang des Fährhafens und kommen an eine Kontrollstation. Hier werden wir von einem jungen Zollbeamten gefragt, ob wir schon gescannt wurden sind? Gescannt? Nö! Wo denn? Wir haben keine Ahnung und werden aufgefordert, wieder umzudrehen und zu diesem Scanner zu fahren. O.k.! Das machen wir. Einige andere müssen auch umdrehen und zurückfahren. Das Chaos an dieser Kontrollstation ist somit perfekt.
Wir reihen uns vor dem Scanner ein und warten. Es passiert nichts! Ein anderer Beamter kommt vorbei und meint:“ Es müssen alle wieder umdrehen und zurück zur Kontrolle!“ Schon wieder drehen? Oh Mann, was für ein Durcheinander. Aber diesmal geht es relativ zügig voran. Unsere Ausweise werden erneut kontrolliert und wir werden gefragt, ob wir etwas zu verzollen oder eine Drohne dabei haben. Dann erhalten wir einen kleinen Pass für unser Auto und dürfen ins Land einreisen. Den kleinen Autopass, der so groß wie eine Kreditkarte ist, bewahren wir gut auf. Denn er wird benötigt, wenn wir mit unserem Auto das Land wieder verlassen möchten. Der Pass ist ein halbes Jahr gültig.

Gleich hinter der Grenze finden wir verschiedene kleine Häuschen mit Banken und Verkaufsstellen. Hier gibt es auch marokkanische Simkarten. Wir kaufen uns eine Unlimited Simkarte von INWI für 50,-Euro (für 1 Monat). Nun freuen wir uns, dass wir wieder online sind und gehen zu einem dieser Bankhäuschen, denn wir benötigen noch ein paar marokkanische Dirham. Wir versuchen beide, mit unseren Kreditkarten, Geld zu bekommen und werden beide abgewiesen. Das geht ja schon gut los. Wir merken, dass uns etwas mulmig zumute wird. Wir möchten gerne zwei Monate in Marokko bleiben und so viele Euros zum Tauschen haben wir gar nicht dabei. Schnell stellen wir aber fest, dass wir einfach nur unsere Banken informieren müssen, dass wir einen anderen Kontinent betreten haben und unser Tageslimit ändern. Nun bekommen wir auch endlich ein paar von den marokkanischen Dirham ausbezahlt und wir können in Ruhe unseren ersten Campingplatz in Marokko ansteuern. Freude kommt auf!
Unser Besuch in Asilah
Von Tanger Med fahren wir über die Autobahn (A5) nach Asilah. Die kleine Küstenstadt bietet sich perfekt für den ersten Stopp nach der Anreise an. In der Stadt verbringen wir zwei Tage und können uns hier gut mit Marokko vertraut machen. Wir übernachten auf dem Campingplatz „Assada“ für 8,- Euro ohne Strom.
Asilah ist bekannt für seine weißen Häuser und die blauen Fenster und Türen. Wir spazieren entlang der Promenade und schauen uns die Medina (Altstadt) an, die sich hinter der Stadtmauer befindet. Außerdem probieren wir unsere erste Tajine. Mit Tajine wird eher das Gefäß (ein aus Lehm gebranntes Schmorgefäß) als das Gericht bezeichnet. Das Nationalgericht gibt es mit verschiedenen Zutaten und es fehlt wirklich auf keiner Speisekarte! Weitere typische marokkanische Gerichte sind zum Beispiel Couscous, Bastilla, Harira, Kefta und Omelette. Als süße Delikatesse wird überall marokkanischer Kuchen angeboten. Schmeckt irgendwie nach Parfüm und wir können gar nicht richtig deuten, was das für ein Geschmack ist. Später stellen wir fest, dass es Rosenöl oder Orangenblüten sein müssen, die hier oft mit verarbeitet werden.
Die Temperaturen liegen tagsüber zwischen 15 und 20 Grad und nachts wird es mit circa 5 Grad ziemlich kühl. Ab und zu regnete es ein bisschen. Aber Wasser wird hier dringend gebraucht.

Nach dieser kleinen marokkanischen Kennenlernzeit verlassen wir Asilah wieder und fahren Richtung Marrakesch. Dafür nutzen wir wieder die Autobahn (A5 und A3), denn wir wollen schnell vorwärts kommen. Es sind über 500 Kilometer und die Maut ist günstig. Auf der Autobahn sehen wir außer Autos, auch Pferdekutschen, Radfahrer, Fußgänger und Mofafahrer. Und wenn man Glück hat, bewegen sich diese in Fahrtrichtung vorwärts. Nicht selten kommt uns auch ein Moped entgegen, also fahren wir lieber etwas langsamer.
Ungefähr hundert Kilometer vor Marrakesch verändert sich die Landschaft sehr. Es wird etwas gebirgiger, die Erde wird rötlicher und wir sehen einige Lehmhäuser. Die Vorfreude auf die Königsstadt steigt gewaltig!
Königsstadt Marrakesch
In Marrakesch quartieren wir uns auf dem Campingplatz „Le Relais de Marrakech“ ein. Er befindet sich im Nachbarort und ist circa zehn Kilometer vom Zentrum der Stadt entfernt. Mit dem Bus oder mit dem Taxi kann man gut in die Innenstadt fahren. Für die Übernachtung auf dem Platz zahlen wir knapp 10 Euro ohne Strom. Der Campingplatz ist recht groß und hat einen traumhaft schönen Pool. Das Wetter spielt auch mit – die Temperaturen liegen zwischen 20 und 25 Grad. Wir fühlen uns sofort wohl.


Unsere Eindrücke
Auf Marrakesch haben wir uns schon sehr gefreut. Die Stadt ist so unglaublich vielseitig und bunt. Wir möchten die orientalische Atmosphäre hautnah erleben und bleiben deshalb mehrere Tage hier. Wir besuchen den Bahia Palast, schauen uns die Koranschule „Ben Youssef“ an, schlendern durch die Medina und trinken Kaffee auf dem berühmten Marktplatz „Jemma El Fna“. Sehr beeindruckt sind wir von den vielen Souks und den Händlern, die mit verschiedenen Teesorten, Schuhen, Lederwaren, Schmuck, Souvenirs und noch vielem mehr, zum Kaufen animieren möchten. Wir nehmen unzählige Gerüche wahr. Seifen, Kaffee, Parfüm, Gewürze – überall riecht es anders. Die Händler sind nett, aber zum Teil auch sehr aufdringlich. Überall wird man angesprochen und man soll etwas kaufen.
Ein kleines Highlight sind die vielen Cafes mit einer Dachterrasse, von wo aus man einen fantastischen Ausblick über die Medina und die Märkte hat. Gefühlt, hat jedes Restaurant so ein „Rooftop“. Guten marokkanischen Kaffee, frisch gepressten Orangen- oder Avocadosaft und natürlich den beliebten marokkanischen Tee (Grüner Tee mit Pfefferminze) lassen wir uns auf diesen Dachterassen schmecken.

Auf dem Marktplatz „Jemma El Fna“ sehen wir die Gaukler, Händler, Hennakünstlerinnen, Schlangenbeschwörer und Verkäufer. Ein wildes Markttreiben herrscht auf dem beliebten Platz in Marrakesch. Allerdings finden wir nicht alles gut, was dort passiert. Die Tiere werden überhaupt nicht gut behandelt, teilweise sogar misshandelt, um sie gefügig zu machen.
Überall auf dem Platz spielt eine andere Musik, die Marktschreier rufen laut und die Schlangenbeschwörer spielen Pungi (Einfachrohrblattinstrument), um die Schlangen „zum Tanzen“ zu bringen. Im Nachhinein haben wir gelesen, dass die Schlangen nicht auf das Geräusch, sondern auf die Bewegung des Instrumentes reagieren.

Den „Bahia Palast“ und die Koranschule „Ben Youssef“ sollte man sich am besten, gleich morgens, nach der Öffnung anschauen. Beides sind beliebte Sehenswürdigkeiten in Marrakesch und auch wirklich sehr zu empfehlen. Fotoapparat nicht vergessen! Es gibt unglaublich viele Fotomotive und interessante Dinge zu besichtigen. In beiden Gebäuden sehen wir eine beeindruckende Architektur. An den Decken befinden sich Kunstwerke aus Zedernholz und die Böden sind mit Mosaikfliesen geschmückt. Überall finden wir wunderschöne Verzierungen und Stuckarbeiten. Einfach traumhaft. Am Eingang des Bahia Palastes stehen Guides, die eine Führung für Geld anbieten. Diese nehmen wir allerdings nicht in Anspruch und können deshalb auch gar nicht sagen, was dies kostet. Der Eintritt in den Palast kostet für Touristen 10,-Euro/Person und der Eintritt in die Koranschule ist mit 5,-Euro/Person etwas günstiger.




Wilde Busfahrt
Unsere Erfahrungen mit den Busfahrten:
Eigentlich fahren wir sehr gerne mit dem Bus, weil man so näher an den Einheimischen dran ist. In Marrakesch ist eine Fahrt sehr günstig (knapp 50 Cent bis in die Innenstadt) und wir sind in circa 20 Minuten im Zentrum. Übrigens: Die Haltestellen sind selten markiert. Es gibt an unserer Haltestelle kein Schild, Häuschen oder irgendwas, was auf eine Bushaltestelle hindeutet. Nur anhand von Google Maps können wir erahnen, wo unser Bus abfährt. Die Hinfahrt in die Stadt klappt super. Der Bus ist nur halb gefüllt und wir steigen an der Endstation wieder aus und genießen unseren Städtetrip.
Die Rückfahrt sieht da schon etwas anders aus. Wir gehören zu den ersten, die einsteigen und suchen uns einen Platz ganz hinten. Ein fataler Fehler! Der Bus füllt sich langsam und auch als er schon voll ist, steigen immer noch mehr Menschen ein. Jetzt bitte keine Türen öffnen, sonst fallen die ersten wieder raus! Wir haben keine Chance, auch nur einen Schritt nach vorn zu tun. Bis zu unserer Haltestelle wird der Bus ungefährt zehn Mal halten. Wir denken, bis dahin werden schon einige ausgestiegen sein. Falsch gedacht! Es steigen sogar noch mehr ein. Und dann ist es soweit. Unsere Haltestelle naht. Wir versuchen, uns nach vorn durchzuschlagen. Steigen über Rucksäcke, Einkaufstüten, Kinder! Und quetschen uns irgendwie da durch. Und gleich zeigt sich unser nächstes Problem: Wie machen wir dem Busfahrer klar, dass er bitte den Bus anhalten soll?! Diese Halteknöpfe im Bus sind alle kaputt. Ein netter Einheimischer rettet uns und zeigt uns, wie es geht. Er schlägt drei bis vier Mal kräftig gegen die Bustür und ruft irgendwas nach vorn. Aha, so macht man das also. Der Bus hält, die Tür öffnet sich und wir werden von hinten raus geschoben. Geschafft, wir sind draußen! Wahnsinn.
Zwei Tage später möchten wir es noch einmal riskieren und gleich früh mit dem Bus in die Stadt fahren. Wir stellen uns wieder an die nicht vorhandene Haltestelle und warten. Der Bus kommt schon völlig überfüllt an und fährt einfach an uns vorbei. Wir rennen noch ein paar Meter hinterher, geben aber dann auf. Wir kennen ja schließlich das Problem: Türen öffnen ist nicht gut! Wir kommen trotzdem sicher in die Stadt, denn hinter jedem Bus fährt ja ein Taxi. Taxis gibt es hier unzählige. Und es ist auch bisschen einfacher und gemütlicher, so in die Stadt zu fahren, wenn auch nicht so abenteuerlich. Für eine Taxifahrt bezahlen wir umgerechnet 10,- Euro.
Fazit Marrakesch
In Marrakesch waren wir insgesamt sieben Tage und es hat uns sehr gut gefallen! Wir konnten in dieser Zeit gut die verschiedenen Eindrücke der Stadt wahrnehmen. Haben uns mit Einheimischen unterhalten, haben auch mal abseits von Touristengebieten verschiedene Restaurants probiert und in Garküchen gegessen. Marrakesch ist sehr lebendig, wild und hat eine tolle Kultur. Was wir etwas störend fanden, waren die vielen Mofas in der Stadt und vorallem zwischen den Souks. Die Fahrer sind sehr aufmerksam und passen auf, trotzdem war es anstrengend.
Die Menschen empfinden wir als unglaublich freundlich. Man wird oft angelächelt und gegrüßt. Alle sind sehr zuvorkommend. Für uns war der Aufenthalt in Marrakesch eine interessante und bereichernde Erfahrung.



Nun geht es aber für uns weiter. Wir möchten so langsam zurück in Richtung Meer. Der Atlantik mit den traumhaften Sonnenuntergängen wartet nämlich schon auf uns!
Herzliche Grüße senden Silvia & Stefan
Ic freue mich das euch gefallen hat und schöne Zeit verbracht und genossen.
Ich vermisse die Tour am atlantischen Zeiten( eljedida, safi, essaouira agadir….
Freue mich das ihr gesund zurück gekommen
Mahjoub
Vielen lieben Dank!
Liebe Grüße
Silvia & Stefan