Radtour Hof/Saale – Sonndorf im Bayerischen Wald

Der Wetterbericht prognostiziert wunderschönes Spätsommerwetter. Wir haben Urlaub und so beschließen wir eine Fahrradtour in den Bayerischen Wald zu unternehmen.

(Dieser Beitrag enthält Werbung – unbezahlt und unbeauftragt!)

Die Planung

Die Reiseroute war schnell gefunden, bevorzugt geht es immer entlang von Flüssen. Im Internet recherchierten wir die Route mit den wenigsten Bergen und planten diese etappenweise auf Komoot. Nachdem unser Weg grob feststand, mussten nun noch ein paar Unterkünfte rausgesucht werden. Das war der schwierigere Teil. Schnell stellten wir fest, dass eine  Unterkunft für 3 Personen unter Hundert Euro fast nicht machbar ist. Da wir ja aber nur was zum Übernachten brauchen und auch keine großen Ansprüche haben, möchten wir so kostengünstig wie möglich reisen.

Nach langem Suchen waren nun auch unsere Unterkünfte gesichert. Und so stehen ein Naturfreundehaus, eine Monteurwohnung, eine Dachgeberfamilie (ein Verein wo man kostenlos eine Unterkunft bekommt wenn man selbst eine zur Verfügung stellt), ein Privatzimmer und ein paar Pensionen auf dem Programm.

Nachdem die Räder mit den wichtigsten Utensilien für Unterwegs bepackt sind, geht es zunächst mit dem Auto bis Hof/Saale. Hier starten wir nun unsere Radtour in den Bayerischen Wald.

Es geht los…

Unsere erste Etappe führt uns größtenteils entlang der Saale, meist auf geteerten Wegen, bis Wunsiedel. Die Strecke ist etwas bergig,  gefällt uns aber schon ziemlich gut und es gibt auch gleich am Anfang schon einiges zu sehen. Nicht schlecht staunen wir, als wir am Wegesrand einen Baum sehen, der gleich mehrere verschiedene Früchte trägt. Apfelquitte, Birnen und Aroniabeeren auf einem Baum? Ja genau! Dies ist durch eine Veredelung möglich. Sieht schon echt lustig aus so ein Bäumchen….

Baum mit verschiedenen Früchten

Ein paar Kilometer weiter machen wir unsere erste Rast und wie abgesprochen steht hinter uns ein Pflaumenbaum, der für unsere Vitaminzufuhr sorgt. Die Pflaumendiebe kommen zum Einsatz….

Pflaumendiebe bei der Arbeit

Nach 44 Kilometern kommen wir gut in Wunsiedel im Naturfreundehaus an. Unsere Unterkunft ist sehr einfach. Wir schlafen auf dem Dachboden auf Matratzen. Außerdem dürfen wir eine Küche mit benutzen und es gibt ein Bad und Toilette. Für eine Nacht zahlen wir für 3 Personen 30,- Euro. Das gefällt uns gut, auch wenn das Zimmer auf dem Boden schon etwas gewöhnungsbedürftig ist und man keine Platzangst haben darf, denn die Deckenhöhe ist schon ziemlich niedrig. Aber dafür ist es ja auch „nur“ ein Schlaflager und für uns völlig ausreichend und als Radfahrer-Unterkunft zu empfehlen.

Wunderschöner Radweg an der Waldnaab

Nachdem wir unsere erste Nacht gut auf dem Dachboden verbracht haben, geht es nun weiter bis Neustadt an der Waldnaab. Wir radeln auf dem Fichtelnaab-Radweg und sind total begeistert von dieser schönen Strecke. Immer am Fluss entlang, total idyllisch durch Wälder und Wiesen, genießen wir diesen schönen Abschnitt unserer Tour.

Wir sind in Neustadt nach 57 Kilometern angekommen und diesmal nächtigen wir in einer Monteurunterkunft. Hier bezahlen wir zu dritt 60,- Euro. Wir haben dafür ein Doppel- und ein Einzelzimmer sowie ein Bad/Toilette auf dem Gang und eine Gemeinschaftsküche. Die Unterkunft ist in Ordnung, die Zimmernachbarn eher grenzwertig. Die halbe Nacht wird Essen zubereitet oder eher Essen verbrannt, so dass in regelmäßigen Abständen die Feuermelder ihren Dienst antreten und ich im Kopf schon einen Fluchtweg durch die Fenster organisiere. Es war wirklich keine ruhige Nacht!

Viele nette Menschen in der Oberpfalz

Völlig fertig nach den Strapazen der letzten Nacht fahren wir schnell weiter Richtung Schwandorf. Unterwegs begegnen wir vielen auffallend, netten Menschen. So stehen wir nur kurz an einer Kreuzung um zu überlegen wo es nun für uns weiter geht und zack hält auch schon ein Auto an und der Fahrer fragt wo wir hin wollen – ob er helfen kann. Ein paar Kilometer weiter treffen wir ein älteres Ehepaar mit E-Bikes, die uns freundlich auf eine bevorstehende Umleitung wegen eines Brückenbaus hinweisen und uns auch gleich noch den richtigen Weg zeigen. Und da die beiden gerade Zeit haben begleiten sie uns noch weitere 15 Kilometer und sorgen für gute Unterhaltung unterwegs. 

In der Nähe von Schwandorf finden wir ein Privatzimmer mit Wintergarten, Bad und Gemeinschaftsküche für 45,- Euro. Die Unterkunft ist wirklich toll und wir schlafen himmlisch.

Auf dem Weg nach Regensburg

Bevor wir unsere längste Tagesetappe starten, brauchen wir Vitamine! Der Birnendieb schlägt zu…

Birnendieb

Zwischen Schwandorf und Regensburg finden wir tolle Landschaften und schöne kleine Ortschaften. Der Ort Kallmünz hat es uns angetan. Hier kommen wir bestimmt noch einmal her und nehmen uns mehr Zeit für diese schöne Umgebung.

Kurz hinter Kallmünz legen wir eine kleine Pause  ein. Wir begegnen vielen Wanderern und Radfahrern. Die Gegend scheint wirklich sehr beliebt  zu sein. Nach unserer Rast geht es weiter bis nach Regensburg. Hier schauen wir uns ein wenig die Stadt und den Dom an und sind auch schon ganz gespannt auf die Dachgeber, die uns den nächsten Schlafplatz verschaffen.

Regensburger Dom

Unsere erste Dachgeber-Familie

Ein bisschen komisch ist das schon, wenn man plötzlich bei völlig fremden Menschen vor der Tür steht um dort kostenlos die Nacht zu verbringen. Wir fragten uns die ganze Zeit: Was bringen wir mit? Sekt, Wein, Pralinen? Was mögen unsere Dachgeber überhaupt?  Wie verbringen wir den Abend? Welche Gesprächsthemen werden aufgerollt? Wo werden wir schlafen?

Das mit dem Schlafen ist schnell geklärt. Es wird die kleine Turnhalle unter der Wohnung der Familie werden.

Sehr freundlich werden wir aufgenommen und nachdem wir unser Nachtlager gezeigt bekommen haben, werden wir auch gleich auf ein Bier und auf tolle Gespräche eingeladen! Es war ein schöner Abend mit wirklich sehr netten Menschen.  Am nächsten Morgen bekommen wir von unseren Dachgebern sogar noch ein leckeres Frühstück und dann geht es für uns gut gestärkt weiter auf dem Donau-Radweg. Auch der Dieb sorgt wieder für genügend Obst.

Apfeldieb

Auf dem Donau-Radweg

Unterwegs schauen wir uns noch die Gedenkstätte „Walhalla“ an und sind beeindruckt von diesem gigantischen Bauwerk!

Walhalla
Blick von der Walhalla

Nach 79 Kilometern Donauradweg, der uns nicht wirklich überzeugte (oft an der Straße entlang und teilweise keine schönen Wege) kommen wir in Bogen an. Hier lassen wir es krachen und zahlen 108,- Euro für 3 Personen mit Frühstück. Wir haben wieder richtige Betten und freuen uns auf einen erholsamen Schlaf.

Kirchenglocken, die uns den Schlaf rauben

Die vorletzte Etappe wird nun schon ziemlich bergig. Hinter Deggendorf verlassen wir den Donauradweg und fahren nach Kirchberg vorm Wald. Auch hier gibt es Diebe und diesmal Vitamine fürs Gehirn.

Wieder ein Dieb
Diesmal gibt es Wallnüsse

Völlig erschöpft nach den ersten „Wahnsinns-Bergen“ des Bayerischen Waldes kommen wir in unserer letzten Unterkunft an und ahnen noch nicht wie wir am nächsten Morgen geweckt werden würden.

Ja, wenn man direkt neben einer Kirche schläft, wird die Nacht kurz!!! Punkt 6:00 Uhr läuten die Glocken in voller Lautstärke, direkt neben unserem Fenster für 5 Minuten. Dies entspricht 170 Glockenschlägen. Die Hölle…  Die Nacht ist vorbei! Trotzdem ist die Unterkunft super und wir zahlen 90,- Euro mit Frühstück.

Das Ziel ist in Sicht

Die letzte Etappe hat es echt in sich. Es gibt kein „Geradeaus“ mehr. Es geht entweder Berg hoch oder Berg runter. Und ich komme an mein Limit!

Die Aussichten auf den Bergen sind genial, aber ich kann sie fast nicht mehr genießen. Wir freuen uns sehr als wir nach den letzten 45 Kilometern in Sonndorf im Bayerischen Wald ankommen.

Sonndorf im Bayerischen Wald

Fazit

Wir waren 7 Tage unterwegs. Für Unterkünfte zahlten wir insgesamt 333,- Euro für 6 Nächte. Das entspricht im Durchschnitt pro Nacht 55,50 Euro für 3 Personen. Top! Wir sind insgesamt 440 Kilometer mit dem Fahrrad gefahren. (Der Hintern tat nur die ersten 150 Kilometer weh) Es gab keine Stürze! Die Räder haben super durchgehalten (und wir auch!) Nur ein Rücklicht ist kaputt gegangen. Der Wettergott war auf unserer Seite und so hatten wir fast durchweg Sonnenschein!

Es hat sehr viel Spaß gemacht und es war eine tolle Erfahrung!

 

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